Andrea Morton 16.03.1972 bis 10.11.2008 | Wien

[ Ansprache des Ehegatten zum Begräbnis ]

Liebe Verwandte, liebe Freunde,

Der Name Andrea kann aus dem Griechischen mit "die Tapfere" übersetzt werden.
Und tapfer war sie wirklich.

Tapfer, ...
als Ihr von den Ärzten zuletzt erklärt wurde, daß alle Mittel ausgeschöpft worden waren;
als Sie davor eine Vielzahl an medizinischen Maßnahmen über sich ergehen ließ;
als Sie viele Male wochenlang im Spital verbleiben mußte;

Tapfer im Jahr 2007 bei der zweiten und im Jahr 2006 bei der ersten Lebertransplantation;

Tapfer als 2005 die Ärzte Ihr den Verdacht auf Leberkrebs mitteilten, der zusammen mit der weit fortgeschrittenen Leberzirrhose zur ersten Lebertransplantation führte;

Tapfer im Jahr 2004, indem Sie versuchte, Ihren Bandscheibenvorfall ohne Operation zu überwinden, sowie bei der schlußendlich notwendigen Bandscheibenoperation Anfang 2005.

Tapfer, ...
als Ihr Vater 2004 starb;
als Ihr die Ärzte 1997 mitteilten, daß Sie auch Hepatitis B habe, was sich dann als Falschmeldung erwies;
als Ihr die Ärzte 1994 erklärten, daß Sie unter chronischer Hepatitis C mit bereits vorhandener Leberzirrhose leide.
und als sie 1986-88 alle Therapien, Komplikationen und Spitalsaufenthalte ertrug, um von der Leukämie geheilt zu werden, und dabei mit einer damals unspezifischen Hepatitis angesteckt wurde.

Aber, es gab auch Anlässe zur Freude,
als die Ärzte Ihr 1988 mitteilten, daß Sie im Wesentlichen von der Leukämie geheilt war;
als sie 1990 trotz allem Ihre Matura mit Auszeichung bestand;
Freude an den Reisen und Ausflügen nach Deutschland, Italien, die USA, Schottland, England, Malta, Tunesien, Kreta, Innsbruck, Salzburg, Kärnten, und zu den Kelten-, Römer- und Mittelalterfesten;
die Hochzeit im Jahr 2000;
und die Promotion zum Doktor der Medizin Ende 2003.

Auch wußte Sie sich an den "kleinen" Dingen des Lebens zu erfreuen, wie ...
Musik hören;
Schwimmen;
auf der Terasse die Sonne genießen;
darüber, daß der Kater Pascha 20 Jahre alt geworden ist;
und Tiere in der Natur und im Tiergarten Schönbrunn beobachten.

So behielt Sie Ihren Mut und Lebenswillen bis zuletzt und war, wie einer Ihrer behandelnden Ärzte noch zu allerletzt sagte: eine echte Kämpferin.



[ Ansprache der Schwägerin zum Begräbnis ]

Das Strahlen in Deinen Augen sagte mir, dass Du voller Leben warst.
Dein Lachen sagte mir, dass Du Deine glücklichen Momente genossen hast.
Deine kämpferische Haltung sagte mir, dass Du Dein Leben mit Entschlossenheit gelebt hast.
Die Güte in Deinem Herzen sagte mir, dass Du stets das Bessere in diesem Leben angestrebt hast.
Deine geschlossenen Augen sagen mir nun, dass Du gegangen bist.
Und das Lächeln auf Deinen Lippen sagt mir: an eine besseren Ort als diesen … an dem wir uns eines Tages wiedersehen.

Andy,
ich danke Dir, dass Du mir gezeigt hast was Loyalität, Liebe und Freundschaft bedeuten.
Ich danke Dir, dass Du mir gezeigt hast, was innere Stärke und Mut bedeuten.
Ich danke Dir, dass Du mir immer wieder vor Augen geführt hast, was „leben“ bedeutet. Was uns unser Leben bedeuten sollte.

Aber vielleicht bedeuten das Leben und die Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

Andy, ruhe in Frieden.

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